Studium

Meine Kurse an der SUNY Cortland

Für mein Semester an der SUNY Cortland habe ich insgesamt sechs Kurse mit jeweils 3 Credits gewählt. Als Vergleich wären das für ein Seminar an einer deutschen Uni 6 LP (Leistungspunkte pro Kurs), wobei 1 LP rund 30-35 Arbeitsstunden bedeuten. Bei meiner Auswahl wollte ich einerseits Veranstaltungen belegen, die zu meinem Masterstudium passen, andererseits aber auch die Möglichkeit nutzen, Kurse auszuprobieren, die ich in dieser Form in Deutschland wahrscheinlich nicht belegen würde.

Applied Linguistics for TESL

Ein Kurs ist Applied Linguistics for TESL. TESL steht für Teaching English as a Second Language. Der Kurs beschäftigt sich also mit der Frage, wie Englisch als Zweit- oder Fremdsprache gelernt und vermittelt wird.

Das passt gut zu meinem späteren Beruf als Englischlehrerin. Ich hoffe hier vor allem, sprachwissenschaftliche Inhalte noch stärker mit der Unterrichtspraxis verbinden zu können.

Educating ELLs

Auch Educating ELLs beschäftigt sich mit dem Unterrichten von Lernenden, deren Erstsprache nicht Englisch ist. ELLsteht für English Language Learner.

Der Kurs ist interessant, weil sprachliche Vielfalt auch an deutschen Schulen eine immer größere Rolle spielt. Mich interessiert, welche Konzepte und Methoden in den USA eingesetzt werden, um mehrsprachige Schülerinnen und Schüler im Unterricht zu unterstützen.

Der Kurs findet online und asynchron statt. Ich kann die Inhalte also zeitlich relativ flexibel bearbeiten.

Introduction to Inclusive Education

Mit Introduction to Inclusive Education habe ich außerdem einen Kurs gewählt, der sich mit inklusiver Bildung beschäftigt. Dabei geht es unter anderem darum, wie Unterricht gestaltet werden kann, damit möglichst unterschiedliche Schülerinnen und Schüler gemeinsam lernen können.

Auch dieser Bereich ist für meinen späteren Beruf sehr relevant und gibt mir gleichzeitig die Möglichkeit zu vergleichen, wie Inklusion im amerikanischen Bildungssystem diskutiert und umgesetzt wird.

Introduction to Special Education

Dazu passt auch mein Kurs Introduction to Special Education. Hier geht es stärker um sonderpädagogische Grundlagen und darum, wie Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen Förderbedarfen unterstützt werden können.

Besonders spannend finde ich dabei den Vergleich mit Deutschland: Welche Begriffe und Konzepte / Theorien werden verwendet? Wie werden Förderbedarfe festgestellt? Und wie sieht die Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften und anderen pädagogischen Fachkräften aus?

Gender, Race & Class Issues

Etwas über mein eigentliches Fachgebiet hinaus geht Gender, Race & Class Issues. Gerade für meinen Aufenthalt in den USA finde ich diesen Kurs aber interessant.

Themen wie soziale Ungleichheit, Herkunft, Geschlecht und gesellschaftliche Strukturen spielen im amerikanischen gesellschaftlichen und politischen Diskurs eine große Rolle. Ich hoffe deshalb, durch diesen Kurs nicht nur akademische Inhalte kennenzulernen, sondern auch die amerikanische Gesellschaft etwas besser verstehen zu können.

Painting I

Und dann gibt es noch einen Kurs, der mit meinem Lehramtsstudium erst einmal relativ wenig zu tun hat: Painting I. (Malerei)

Ich liebe das Malen seit meiner Kindheit. Die ersten Bilder waren Bäume, kleine Blumen und Herzen, die ich mit meinem Papa gemalt habe. In der Schule habe ich Kunstunterricht immer sehr gemocht. Im Abitur hatte ich mich sogar für Kunst im Leistungskurs entschieden und darin meine Abiprüfung geschrieben. Ich liebe es einfach zu zeichnen und mit Farben zu experimentieren. Ein Traum von mir ist es später ein eigenes Atelier zu haben und vielleicht sogar einige Bilder zeigen zu können.

Ein Auslandssemester ist eine gute Gelegenheit, etwas zu machen, wofür ich im normalen Studien- und Arbeitsleben nicht so viel Zeit habe. Zweimal pro Woche werde ich nun vormittags im Fine Arts Center stehen und mich mit Malerei beschäftigen. Ich freue mich so darauf, endlich meiner Kreativität wieder mehr freien Lauf lassen zu können.


Damit ist mein Stundenplan eine ziemlich bunte Mischung aus Sprachwissenschaft, Englischdidaktik, Inklusion, Sonderpädagogik, gesellschaftlichen Themen und Kunst.

Insgesamt komme ich auf 18 Credits. Meine Veranstaltungen finden hauptsächlich von Montag bis Donnerstag statt, freitags habe ich keine regulären Kurse.

Ich bin besonders gespannt darauf, wie sich das Studieren in den USA von meinem Studium in Deutschland unterscheidet: Wie laufen Seminare ab? Wie viel wird diskutiert? Welche Aufgaben gibt es während des Semesters? Wie ist der Kontakt zu den Profs?

Nach den ersten Wochen werde ich hier also definitiv noch mal berichten, wie amerikanische Uni in der Realität wirklich aussieht.


Painting mit Brooke
Malen für Anfänger und Fortgeschrittene

Ich möchte euch ein paar Ergebnisse meiner Malstunden zeigen.

Die Farben basieren auf Ölfarben, sind aber mit Wasser mischbar.

Mit Ölfarben zu malen, bringt ein paar Feinheiten mit sich.

Regel 1: Immer mit der dunkelsten Farbe anfangen. Niemals mit der hellsten. Man kriegt es sonst nicht mehr dunkler, weil alles nur miteinander verschwimmt und sich vermischt.

Regel 2: Den Pinsel immer mehrmals auswaschen, reinigen. Beim nächsten Mal wird er sonst hart wie Stein sein. 😀

Regel 3: Spaß haben und ganz viel ausprobieren. Perfektionismus kann man beim Malen mit Ölfarben in die Tonne werfen, denn man kann jeden Pinselstrich neu über die bisherige Farbe legen oder vermischen. Nichts ist festgelegt, sobald etwas auf der Leinwand ist. Ausnahme: Wenn es schon 3 Tage getrocknet ist.

LOS GEHT’S!

Das sind meine Materialien und ein kleiner Einblick in das Studio/die Werkstatt. Ihr könnt meine Staffelei, Pinsel und Farben sehen.

Die Farben kosten in kleiner Version ca. 30-40$ und die Große (weiß) ca. 60-90$. Marke: Winston & Newton

… Stillleben Nummer 1

„Der Würfel und das Tuch“

Hier sieht man wie ich, nachdem ich die Form des Würfels in Ordnung finde, anfange den Hintergrund auszublocken. Die Farbe heißt „Gebrannter Bernstein“ (Burnt Amber).

Hier ging es direkt weiter mit dem Tuch und den Schatten und Reflexionen. Diese habe ich erst mal nur angedeutet.

Meine Palette und Spachtel auf Malpalettenpapier

Hier seht ihr meine Palette und den Spachtel, den ich zum Mischen der Farben nach Augenmaß verwende. Welche Formen könnt ihr erkennen? Wie sieht das für euch aus?

Nun kommen wir zum Feinschliff. Die Reflexionen und Schatten sind nun weicher. Man kann den Stoff erkennen und aus welcher Richtung das Licht kommt.

Mein Bild ist fertig und hat ungefähr 10 Stunden gedauert.

… Stillleben Nummer 2

„Die Birne auf dem Würfel“

Referenzbild meines Stilllebens

Als Erstes male ich eine sogenannte Kaffee-Schicht als Hintergrund und zeichne ein Gitter wie ein Fenster, um den goldenen Schnitt zu identifizieren. Die Linien des Gitters sind auf dem Bild schon nicht mehr zu sehen.

Tipp: Man sollte die Objekte nicht direkt in die Mitte des Bildes packen. Es ist angenehmer für das menschliche Auge, wenn es etwas weiter links oder rechts zum Rand angeordnet ist.

Dann male ich mit der dunkelsten Farbe, dem gebrannten Bernstein, den Würfel und danach die Umrisse der Birne. Dann beginne ich erst die Schatten und Lichtreflexionen abzubilden.

Das ist die erste Skizze des Stillebens.

Als Nächstes wird der Hintergrund mit der dunkelsten Farbe geblockt. Dazu benutze ich einfache Pinselstriche, die von links nach rechts gehen. Dabei sollte man den Pinsel locker flockig halten und nicht zu verkrampft sein.

Dann versuche ich weiterhin die Schatten der Birne zu verbessern und die Schatten beim Würfel anzudeuten.

Wenn die Farbe verläuft, ist es nicht schlimm. Das kann nach dem Trocknen alles übermalt werden!

Als Vorbereitung für meine Malstunden alleine in der Werkstatt deute ich immer schon an, was ich als Nächstes machen muss. Dafür habe ich mit einem feuchten Tuch die Farbe abgenommen und damit die Lichtreflexionen hervorgehoben.

Zu sehen ist auch, dass ich den Hintergrund etwas weicher gemacht und die Schatten der Birne noch dunkler gemacht habe.

Seid gespannt auf die nächsten Fortschritte, die ich hoffentlich machen werde.